Archiv der Kategorie: Lokalaugenschein

Prozession der Skurrilitäten

Eines vorweg: Demonstrationen sind wichtig, Demonstrationen sind gut! Ich habe es mir mehrmals durch den Kopf gehen lassen, ob ich folgenden Rundumschlag tatsächlich veröffentlichen soll. Es gehört nicht gerade zum guten Ton, Protest madig zu machen. Manches ist vielleicht etwas überspitzt dargestellt, manches meine ich aber genauso wie ich es schreibe. Weiterlesen

Kärnten ist nicht so neger, wie man glaubt, das schreiben zu müssen!

…“Wir san nämlich Wir und bleiben das! Nur jetzt eben subventioniert durch den Bund und das gleich mehrfach. Erstens, weil der Bund unser Hypo Finanzdesaster bezahlt und zweitens, weil wir noch zusätzlich Geld über die Parteien- und Klubförderung absaugen, was wir unserem genialen Wiedervereinigungs-Coup verdanken!“, ließ Landeshauptmann Doofler (FPÖ, „Freiheitliche in Kärnten/Liste Jörg Haider“, FPK Parlamentsklub) gestern Abend über die Jörg Haider Wörthersee Zukunftsfond Event Presseagentur verkünden.

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Tipps für LinzbesucherInnen

Liebe Besucherinnen und Besucher der Europäischen Kulturhauptstadt 2009 Linz! Liebe Künstlerinnen und Künstler!

Zu ihrer eigenen Sicherheit und um ihren Aufenthalt in unserer schönen Stadt möglichst angenehm zu gestalten möchten wir ihnen einige Verhaltensregeln ans Herz legen!

– Wir ersuchen sie keinerlei Maskierungen wie etwa Kopfbedeckungen, Sonnen- oder optische Brillen, jegliche Form von dunkler Bekleidung etc. zu tragen – dies könnte unter einheimischen Behörden unerwartete Reaktionen wie massives Verprügeln und einer anschließenden Inhaftierung sowie Anzeigen zur Folge haben.

– Überhaupt bitten wir sie darum zu ihrer eigenen Sicherheit größte Sorgfalt auf ihr Äußeres zu legen, auch langes oder buntes Haar ist ausdrücklich nicht erwünscht (Folgen siehe oben). Empfohlen wird eine Kostümierung als Neonazi oder LASK-Hooligan, so bekommen sie garantiert keine Schwierigkeiten.

– Die Teilnahme an nicht verbotenen Kundgebungen ist verboten (Folgen siehe oben)

– Falls sie mal zufällig eine Wolke Reizgas abbekommen, einfach weitergehen: Die Linzer Polizei führt gerade Massendesinfektionen gegen die Schweinegrippe durch, dies geschieht zu unser aller Sicherheit. Einzelne überlebende Viren werden mit dem Gummiknüppel am Menschen selbst erschlagen (dabei kann es zu Ausrufen kommen wie “Du linke Bazille!”), um die Ausbreitung möglichst effektiv einzudämmen.

– Wenn sie einer demokratischen oder gar antifaschistischen Gesinnung anhängen, verschweigen sie dies wenn möglich (andernfalls: Folgen siehe oben), am besten sie gewöhnen sich solche Spompanadeln überhaupt ab.

Liebe Besucherinnen und Besucher, liebe Künstlerinnen und Künstler, wie sie sehen, mit ein bißchen Entgegenkommen und Verständnis für unsere einheimische Linzer Kultur steht einem ungetrübtem Linz-Vergnügen nichts im Weg!Wir wünschen ein schöne Zeit, Hals- und Beinbruch!

Komitee für ungetrübtes Linz-Vergnügen, 2009-05-03

Neues

Wie nun der heisseluft Redaktion gegenüber bestätigt wurde, kam es in den letzten Monaten doch zu Annäherungsversuchen innerhalb des zersplitterten dritten Lagers. Folgendes Bilddokument etwa, wurde uns von Hilmar Kabas zugespielt:

Am Begräbnis der Sonne nämlich waren alle Streitigkeiten vergessen. Die FPÖ entsandte sogar eine eigene Trauerkapelle:

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Der ILAZ (intelligentester Landeshauptmann aller Zeiten) dazu:

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Petzi bemühte sich wiederum fernab der linkslinken Gutmenschenmedien einem ausgewählten Publikum seine Strategie zu präsentieren:

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Welche aber der „Sasaka-Strategie“ des ILAZ unterlegen war. ALLES IST GUT, ES WIRD IMMER BESSER!!!!!

Das Land kann nun wieder aufatmen, garantiert!

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Lei, lei nit aufregen…

Am Sonntag wurde in Kärnten gewählt! Sah es ja noch vor wenigen Monaten ob des viel zu früh von uns gerasten Jörg Haider recht trist aus im Land,…

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… machte man sich alsbald daran das Untergehen der Sonne irgendwie zu verkraften:

haider-unfallauto(Bild oben: Vor allem männliche Jugendliche versuchten, ihr Idol zu kopieren – mit teils fatalen Folgen…)

dörfler-neger(Bild oben: Haiders Nachfolger Gerhard Doofler trieb sich an den Rand der Selbstzerstörung. Der Tod seines Busenfreundes sowie todspaßige Busenwitze setzten ihm hart zu.)

Doch bald begann man Allianzen zu schmieden:

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Und bald fasste man neuen Mut zur Peinlichkeit und Landeshauptmann Doofler führte den erfolgreichen Kurs des heiligen Jörg fort, garantiert:

dorfler-saualm(Bild oben: LH Doofler kümmert sich persönlich um die Sicherheit seiner Kärntner! Hier bei einer Routine-Straßenkontrolle…)

Die Sympathien stiegen und die Überraschung folgte am Wahltag:

wahl-karnten(Bild oben: Wie erst jetzt bekannt wurde, verwechselte eine große Zahl der Wähler die Wahlzelle mit einem Pissoir.)

So konnte das BZÖ einen fulminanten Wahlsieg feiern!

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Wir wünschen den Orantschn viel Spaß beim Bankrott und teilen allen Opfern unser tiefstes Beileid mit! Lei loßn…

Harald „High Voltage“ Vilimsky

bilderbuchderrechtsgeschichte_image112Seit einiger Zeit ist der so genannte Taser – ein 50.000 Volt Elektroschocker – für den Einsatz im Strafvollzug im Gespräch.

Um die angebliche Harmlosigkeit des Elektroschockers zu beweisen, ließ sich FPÖ-Sicherheitssprecher Harald Vilimsky mit 50.000 Volt beschießen – die Zeitung Kurier war live dabei, ein Journalist unterzog sich ebenfalls dem Selbsttest.

Wie der Kurier berichtet, müssen sich derzeit die Beamten mit Körpergewalt oder nicht optimal geeigneten Einsatzgeräten gegen Gefangene zur Wehr setzen.

Hier das Video:

Die Heisseluft-Redaktion lobt die Einsatzbereitschaft des Herrn Vilimsky, muss aber um einen objektiven Vergleich anstellen zu können, darauf bestehen, die erwähnten derzeit angewandten und alternative Methoden ebenfalls zu testen.

Wir schlugen Herrn Vilimsky eine Testreihe vor, bei der er nacheinander mit Territion, Pfefferspray, Schlagstöcken, einem Hodenring, einer Peitsche, Daumenschraube, Schwedentrunk, Brustreißer, Mund- und Analbirne, einer Rohrzange, einem Feuerlöscher, Sauborsten, Klospülung, Faustschlägen und einem Kartoffelschäler behandelt wird, um zur Räson gebracht zu werden. Die Mitglieder der Redaktion sind  gerne bereit, dies durchzuführen und zu evaluieren.

Eine Antwort erhielten wir von Herrn Vilimsky bislang noch nicht.

Großkoalitionärer Geschichteunterricht

Man oder Frau möchte sich wundern, wenn er oder sie strunzbetrunken ummer halber 6e die Zweierlinie quert und den Justizpalast passiert, wie schön in unserer Wienerstadt die Historie mit der Gegenwart ineinandergreift, sodaß man oder frau das eine vom andern mitunter nicht mehr zu unterscheiden im Stande ist, weil das eine – die Vergangenheit, dem andern – der Gegenwart, angepaßt wird.
So geschehen unlängst dem Redaktionsteam von “Heisseluft – ihrem flottem Magazin – mit 16 seitigem Modeteil”. Der Chefredakteur war zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr in der physischen Konstitution, die Tragweite der Bedeutung ihres “Fundes” zu erfassen, sein findiger und ergebener Untergebener, der “rasende Reporter” und Wurlitzer-Preisträger Hans Hurtig war aber auf Zack um das an sich unbewegliche Stück des Anstosses zu realisieren und zwar nicht auf Zelluloid, so doch auf Großhirnrinde, zumindest dem davon noch aktiven Teil, zu bannen.
Das letzte eingebrannte Bild des Justizpalastes war jenes.

welches er unwillkürlich mit jenem historischen Hintergrund assozierte.

Wie den Ausführungen des verlinkten Artikels zu entnehmen, hat UHBP persönlich seine kostbare Zeit, die er gewiss nicht gestohlen hat, dafür geopfert, einen alles zusammenfassenden und jegliche sentimentale Wort- und Faktklauberei aussparenden und damit auch alles abschließenden Text verfaßt, den er sogleich auch, wie es schon zur Zeit der Römer Usus war (welche in diesem Fall nur indirekt- im Sinne des Vorbildes- damit zu tun haben), gleich auf eine Mamorplatte gemeißelt hat:

“Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Republikanischen Schutzbundes und der Frontkämpfervereinigung im burgenländischen Ort Schattendorf am 30. Jänner 1927 wurden zwei unschuldige Menschen getötet. Die Täter wurden freigesprochen. Im Zuge einer gewaltsamen Demonstration gegen dieses Urteil wurde der Justizpalast in Brand gesetzt. Die Polizei erhielt Schießbefehl, und 89 Personen kamen ums Leben. Die Ereignisse dieser Zeit, die schließlich im Bürgerkrieg des Jahres 1934 mündeten, sollen für alle Zeiten Mahnung sein.”

Nun könnte man oder frau über die an sich unwesentliche Frage des chronologischen Ablaufs vortrefflich streiten (Vgl. auch: http://www.zeit.de/2007/27/Portrait-Botz) oder sich einfach darüber wundern, dass es 80 Jahre gedauert hat, bis sich Vertreter der beiden mittlerweile wieder Großparteien auf einen Text mit dem scheinbar alle leben können geeinigt haben.
Nein, das liegt nicht etwa daran, dass die “Gräben”, die letzten, sagen wir 50 Jahre so unüberwindbar tief gewesen wären zwischen den “Lagern”. Also auf der Regierungsbank im Hohen Haus wurde bislang noch kein derartiges furchiges Gebilde erblickt. Das lag wohl vielmehr daran, dass es vor einigen Jahrzehnten noch GenossInnen gegeben hätte, vor denen sich ein Heinz Fischer Bspw. geniert hätte, eine solche Tafel zu enthüllen.
“Wenn ein Fußgänger von einem Auto umgemäht wird, dann sind schon irgendwie beide schuld, auch wenn es vielleicht irgendwie mit Absicht vom Autofahrer war. Der Fußgänger hätte ja nicht so deppert über die Straße gehen müssen. Jetzt merkt er sichs wenigstens” (”…sollen für alle Zeiten Mahnung sein”)

Aber zurück zu unserem “Fund”, der im übrigen so neu nicht ist.
Für jene, welche die Heraldik während ihrer Kindheit keine derart große Freude bereitet hat wie unserm etwas sonderlichen “Rasenden Reporter”, hier eine ausführliche Erklärung zum Thema “Mißbildungen bei Vögeltieren”.

Anm. des Verfassers:
Im übrigen ist der Graben zwischen der ausbeutenden/herrschenden Klasse und der arbeitenden nicht überwindbar.

 

Hans Hurtig