Kopf des Tages: Uwe Scheuch

Uwe hats nicht leicht. Als Mölltaler Großbauer, der es immer verstand, Vieh, Haus, Hof, Weib und Kind zammzuhalten, muss er sich nun, weil ihm unterstellt wird, er wäre Vertreter Kärntens und Parteipolitiker, mit  allerlei Anschuldigungen herumschlagen. Er würde russischen Oligarchen Staatsbürgerschaften verschaffen, er wäre Versicherungsbetrüger, er wäre inkompetent, korrupt, gemein, despotisch, ein Ungustl sondergleichen, Jörg-Haider-Gedenken- und Brauchtums-Schänder, überhaubt ein falscher Fuffziger und einfach nur blöd.

Dabei will und wollte er ja immer nur eins: Seinen persönlichen Vorteil! Morgen soll er einen außerordentlich ordentlichen Parteitag und die Einigung des dritten Lagers ohne Lagerkoller garantieren (garantiert). Doch als Provinzpolitprofi und Gebirgsintellektueller wird er auch diese Hürde meistern, ist er doch großbäurisch genug, um die ver-Scheuchten Hühner wieder einzufangen und die schwachen in den Suppentopf zu werfen.

Schon in der Schule war er ganz ein schlauer, ein aufgewecktes Kerlchen, mit roten Wangerl und stets einer Steinschleuder (štanschlatte) in der Gesäßtasche. Die Steinschleuder wurde sein ständiger Begleiter und wenn jemand in Landtag und Parlament nicht spurte, wusste er sie anzuwenden. Obgleich als studierter Agrarökonom und Forstspezialist dem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt nicht abgetan, ist er was Tradition betrifft eher konservativ und sozial eher national eingestellt. Damals, ja damals als er zum ersten mal den Jörg beim Scheunenfest vom Pripivonig Bauern in Unterjauchzing traf, hat er sich dazu entschieden, diesem Mann zu folgen und in der Politik Karriere zu machen.

Als begabter Land- und Forstwirt weiß er wie man den Boden gewinnbringend beackert und Vieh zur Schlachtbank führt. Dabei kann und will er keine Rücksicht auf die schreienden Lämmer nehmen, schließlich hat er hungrige Mäuler zu stopfen. Trotz seiner Ecken und Kanten ist er immer am Ohr des Wählers und weiß, wie er seine Visionen an den Mann bringt.

Der BZÖ-Wähler Willibald Wutte, genannt „Wähler Wille“, fragte ihn unlängst anlässlich einer Borkenkäfer Massenbestattung in Lölling, ob er sich denn um Himmels Willen mit seinem FPÖ-Wiedervereinigungsschritt sicher sei, dem Willen des Jörg und dem Willen des Wählers (also seines Willens selbst) zu entsprechen. Uwe, gerade damit beschäftigt, dem ebenfalls anwesenden ILAZ (intelligentester Landeshauptmann aller Zeiten) unter Androhung der „štanschlatte“ die richtigen Worte einzuflüstern, meinte daraufhin lapidar: „Wähler Wille Wutte, i sog da ans: A čriršale (Dodl, Tschoppale) bin i kans! Wos du wüllst oda da Jörg gewollt hoben hätte, ist sekundär. Wichtig is, dass ma mir mir san und zommanholten in diesen schweren Zeiten der Demütigung und Einmischung von außen! That’s part of the game!“ Sicherlich, ein harter Schlag für Wähler Wille Wutte. Aber gleichwohl gekränkt als auch getränkt und noch nicht wissend, wer mit „mir“ gemeint sein könnte, kam dem Wähler Wille Wutte die Erkenntnis dann doch bei der Traktorfahrt nach hause: „Mir san Mir, da ane mehr, da ondre weniger!“ Was wäre also  mehr im Sinne Jörgs und aller im Abwehrkampf gefallenen, als dass das so bleiben tät? Uwe selbst, immer auf der Hut und blitzschlau wie ein Nockalm-Luchs, weiß sehr wohl, wie er den Wille überzeugen kann.

Und weil Uwe auch weiß, dass politisch Verantwortliche in Österreich für kriminelle Machenschaften kaum bis gar nicht zur Verantwortung gezogen werden, schläft er auch sonst sehr gut. Mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm das nächste große Bauvorhaben in Kärnten: Die Umleitung der Drau/Drava, sodass diese nicht mehr nach Slowenien fließt. Kein leichtes Vorhaben, fehlt doch (noch) eine eigene Landesbank zur Finanzierung  des Monsterprojekts. Drum muss für dieses für Kärnten so wichtige Projekt von historischer Bedeutung zuerst eine Regierungsbeteiligung der FPÖFIK her, welche dann endlich eine von der jetzigen Regierung aus reiner Boshaftigkeit abgelehnte Bankenlizenz erteilt. Sollte dies nicht möglich sein, müssen russische Oligarchen gefunden werden, die den deutschkärntner Traum finanzieren. Uwe wird’s richten, garantiert!

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4 Antworten zu “Kopf des Tages: Uwe Scheuch

  1. Der kleine Scheuchsohn

    Papa, wonn fahr ma denn wieder amol noch Ungarn? Mir hot’s durten so guat gfolln.

    Sohn, jetzan braucht mi de Hamat.

    Papa, heit hobn mi meine Mitschüler gfrogt, warum du jedsmol aus der Kärntner Schülerzeitschrift „Mini-max“ so teppert ausa grinsen muasst. Und ob dir des nit schen longsom sölba zbled werd.

    Sohn, wassta wohl eh, dass i da Kärntner Büldungsrefarent bin. Des erfordert ständige Präzenz. Wal de Tockern solln mi jo amol wöln.

  2. Meine Oma sagt auch immer „Uwe!“ (Uhh-wehh) wenn das Rheuma schmerzt.
    Es handelt sich bei den kärntner Zuständen wohl um ein ähnliches, nicht zu verhinderndes Naturphänomen.
    „Entwicklungsland“ ist eine nicht angebrachte Bezeichnung, weil das würde ja eine Entwicklung voraussetzen.
    Da gibt´s nur zwei Möglichkeiten: „Uwe!“ oder wo anders wohnen.

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