„Ich litt unter Erektionsstörungen – Dr. Dabić hat mich geheilt!“

crazy_old_manImmer mehr Menschen behaupten, von Dr. Dabić behandelt worden zu sein. Josef „Peppe“ Perkounig aus Viktring/Klagenfurt hat die Dienste des Wunderheilers voriges Jahr in Anspruch genommen – mit Erfolg.

(Bild links: Perkounig „Peppe“ wurde von Dr. Dabić geheilt. Als er von dessen Festnahme erfuhr, meldete er sich telefonisch in unserer Redaktion um ein Exklusiv-Interview zu geben.)

Heisseluft: Herr Perkounig, Sie behaupten, Dragan Dabić kennengelernt zu haben. Wann und wo war das?

Perkounig: Das war im Sommer 2007. Ich ließ mich von ihm behandeln. Er kam zu mir nachhause. Er stellte sich mir als „Onkel Pipiszta“ vor.

H: Wie knüpften Sie Kontakt zu dem mutmaßlichen Serben mit kroatischem Pass?

P: Meine Nachbarin Lilijana Ljubić hat ihn mir empfohlen. Er wohnte zu der Zeit bei ihr. Sie brauchte einen Nikolo-Darsteller für ihren Enkel und er brauchte eine Unterkunft. Geld hatte sie keines, also bezahlte sie ihn mit Sex, schmutzigem Sex…

H: Welchen Eindruck machte der Mann auf sie?

P: Er war alt, steinalt, etwas verwarlost aber sympathisch und redegewandt! Ich hielt ihn für eine Art orthodoxen Priester aus der Krajina, der in Bosnien aufgewachsen sein muss und vermutlich im Alter von zwölf Jahren mit seiner Familie nach Kroatien übersiedelt ist. So kam er mir jedenfalls vor. Dass er serbischer Wunderheiler ist, konnte ich ja nicht ahnen!

H: Wie lange hielt sich Dr. Dabić in Viktring auf?

P: Ich glaube, er war insgesamt 6 Monate hier. Er wollte eigentlich noch bis zur EM bleiben, um sich unerkannt und geschützt durch das Land Kärnten mit einer vorgetäuschten Demenzerkrankung quietschvergnügt unters Fanpublikum zu mischen. Als die Landesregierung sein Ansinnen freundlich aber dennoch bestimmt – mit der Begründung, diese Sonderbehandlung gelte für Serben nicht – ablehnte, reiste er überstürzt und enttäuscht ab.

H: Wie und warum hat er Sie behandelt?

P: Ich hatte Erektionsstörungen. Er hat mir die Hand aufgelegt. Oooch, hatte der weiche Hände. Wie durch ein Wunder war ich geheilt. Ich bekam sofort eine Erektion… Eine Megaerektion! Danach ging wir beide ins Schlafzimmer und…

H: Ja schon gut! Herr Perkounig, kann es sein, dass Sie schlicht und ergreifend schwul sind?

P: Also, ich verbitte mir solche Unterstellungen! Schließlich habe ich das Land aufgebaut, da haben sie noch in die Windeln…

H: O.K., etwas anderes! Kam Ihnen irgendwas seltsam vor, schöpften Sie einen Verdacht?

P: Nur einmal. Ich sprach ihn auf den Krieg in Bosnien an. Da wurde er unwirsch, um nicht zu sagen hysterisch. Er schrie mich an, was mir einfalle und dass er dazu keine Meinung habe und dass er schließlich nicht der Ex-Präsident der Republika Srpska sei. Dann ließen wir das Thema sein und er führte die Behandlung fort.

H: Was ging in Ihnen vor, als Sie erfuhren, dass „Onkel Pipiszta“ in Wahrheit Opa Pera alias Dragan Dabić ist?

P: Ich war schockiert und verstört, fing an zu toben, musste sofort bei Ihnen anrufen, um meine ganz persönliche Dabić-Story zu erzählen. Natürlich habe ich Angst vor dem serbischen Geheimdienst – ich werde seit Jahren beobachtet! Aber ich finde auch, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, informiert zu werden!

H: Wann haben Sie Dr. Dabić das letzte Mal gesehen?

P: Das muss so im Herbst 2007 gewesen sein. Er kam zu mir und bat um Hilfe. Er roch nach Schnaps. Er wollte, dass ich ihm 40 Euro für eine ominöse Polizeistrafe gebe. Ich bat ihn, zu gehen – mit kriminellen Ausländern will ich nichts zu tun haben! So brach dann auch der Kontakt ab.

H: Die Kronen Zeitung schreibt, dass es zu einem weiteren Treffen zwischen Ihnen und Dr. Dabić im Frühjahr diesen Jahres kam. Entspricht das nicht der Wahrheit?

P: Nein, das entspricht nicht der Wahrheit. Die Person, die das behauptet ist mein Doppelgänger – Ein gewisser Herr Pravdić , der in Banja Luka aufgewachsen ist, nun in Split als Fußballarzt mit montenegrinischem Pass ordiniert, desöfteren am Wörthersee urlaubt und mir zum Verwechseln ähnlich sieht. Aber ich glaube er lügt! Er möchte – wie er das immer versucht – im Mittelpunkt stehen. Er ist, wenn sie so wollen, ein alter Ego.

H: Nun gut, eine letzte Frage. Was halten sie von dem Gerücht, Radovan Karadžić sei in Belgrad verhaftet worden?

P: Radovan, wer?

H: Danke für das Interview.

Dr. Dabić sitzt derzeit in Belgrad in Untersuchungshaft, laut der Nachrichtenagentur tanjug, gehe es ihm gut. Eine Lokalzeitung aus Pančevo allerdings behauptet, es gehe dem Doktor vom Balkan schlächter.

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17 Antworten zu “„Ich litt unter Erektionsstörungen – Dr. Dabić hat mich geheilt!“

  1. Fausta Pototschnigggg

    ein meilenstein des journalismus – geradezu ein meisterwerk

  2. Hvala lepa/lijepa!!!!

  3. Dr. Christina Meierschitz

    Im Auftrag meines Mandanten (Eigentümer des oben abgebildeten Bildes) fordere ich Sie unverzüglich auf, das zu dem obenstehenden Text beigefügte Bild, wegen unrichtiger Darstellung, zu entfernen, widrigenfalls Anzeige wegen Verletzung des Bildnisschutzes erstattet wird.

  4. Dr. Christina Meierschitz

    wie lange benötigt der Administrator, um einen Kommentar zu genehmigen? Kann es sein, dass es sich um einen Fall von Zensur handelt?

  5. @ Dr. Christina Meierschitz: Das Bild wurde entfernt und durch den richtigen Herrn Perkounig ersetzt. Dieser rief nämlich ebenfalls in unsrer Redaktion an, um sich zu beschweren. Er meinte, es wäre eine Frechheit, ein so intinimes Interview zu führen und dann nichtmal sein Bild zu veröffentlichen. An dieser Stelle entschuldigen wir uns natürlich auch bei Herrn Perkounig!
    Zum Vorwurf der Zensur: Die kann es – das werden sie sicher wissen – per Defenition in einem privaten Medium nicht geben. Dass wir Kommentare filtern, is ja logisch. Sie glauben ja nicht, was für ein Müll da so daherkommt (viel schlimmer als das was ohnehin schon dasteht).
    Dass manches spät veröffentlicht wird, liegt u.a. daran, dass es sich hier – wie sie vielleicht ebnfalls bemerkt haben – nicht um ein kommerzielles Medium handelt.

  6. Sehr geehrte Redaktion,

    Endlich wurde auch meinem Ansinnen Folge geleistet. Ich werde nun meine Klage gegen Sie nicht einreichen, wenngleich die von mir höchstpersönlich verfasste Klageschrift 203 Seiten umfasst und schonungslos aufzeigt, wie Sie wiederholt meine Popularität untergraben und somit Wasser auf die Mühlen meiner Feinde (CIA, serbischer-, polnischer-, chinesischer- und französischer Geheimdienst, NASA, die katholische Kirche, die Unitarier, die Prespyterianer, das syrische Königshaus, Rupert Murdoch, Scientology, der Magistrat Klagenfurt, der Viktringer Eisstocksschießverein, die Asfinag, der tarviser Markt, das Bezirksgericht Klagenfurt, die Goldhauben, Toni Leikam, Reinhard Gaugg sowie die Stadtgärtnereien von Klagenfurt, Villach und Völkermarkt und die Guardia di Finanza und die Casinos Velden, Kranijska Gora und das Naturschutzgebiet Triglav!) gegossen habt.

    Ihr Peppe

  7. Perkonig-Lesekreis

    Da in der jüngeren Vergangenheit wiederholt Anfragen bezüglich Wunderheilung von sexueller Disfunktion und ähnlichem an unsere weithin bekannte kärntner Kulturinstitution gerichtet wurde, begehren wir folgende Feststellung:

    Es handelt sich bei dem in ihrem Artikel beschriebenen Josef Perkounig nicht um den allseits beliebten kärntner Heimatdichter Josef Perkonig (ohne u). Es kann sich nur um eine zufällige Namensähnlichkeit handeln oder aber es wurde, was wir nun wirklich nicht hoffen, ein böswilliger Mißbrauch dieses Namens seitens der Blogbetreiber betrieben.


    „Zu deutscher Seele hin ist mein Sinn gerichtet, slawischer Seele aber weiß ich nachzuspüren… In mir selbst wirkt aus den Ahnen väterlicherseits ein leiser Tropfen slawischen Blutes… Als ein Dichter des deutschen Grenzlandes weiß ich wohl, daß ich für mein Volk auf Vorposten stehe, daß ich ein Vermittler sein muß zwischen Drüben und Herüben.“ (Josef Perkonig)

  8. Sg. Perkonig-Lesekreis

    Sie können beruhigt sein. Ich habe trotz Abraten der Redaktion darauf bestanden, dass mein richtiger Name verwendet wird! Wenngleich nicht nur eine Namensähnlichkeit – denn auch ich sehe mich als Vermittler zwischen Drüben und Herüben, war ich doch auch auf Titos Begräbnis unter den ranghohen Staatsgästen zu finden und habe mich vehement beim Bau des Karawankentunnels engagiert – besteht, sind wir weder verwandt noch verschwägert. Und auch wenn ich sein Werk sehr schätze, stehen/standen wir auch nicht ineiner sonstwie gearteten Beziehung!

    Herzlicht,
    Peppe Perkounung mit „u“

  9. Herr Perkounig mit „u“ versicherte uns außerdem, er seie auch nicht Josef Perkonigs ohne „u“ Lebensmensch!

  10. liebe heissluft-red,
    selten so gelacht – danke!
    irmgard

  11. Oh Gott, dieser Text ist fast schlimmer als Srebrenica.

  12. Hier noch was lustiges zum totlachen: wie in Den Haag „Recht und Wahrheit“ funktionieren:
    http://www.medienanalyse-international.de/icty.html

  13. Seit wann unterhalten sich Anwälte mit dem Beschuldigten eigentlich per Blog Kommentar? Aber ok. Wenigstens konnte ich ein wenig lachen.

  14. Humor ist sicher was gutes, jedoch darf man daneben auch die Aufklärungsarbeit nicht vergessen. http://de-construct.net/e-zine/?p=6082

  15. Zumindest die Zensur funktioniert auf dieser Page hervorragend. Richtige Satire eben.

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