Vermessene Hoffnung auf das Heil ohne Verdienste (praesumptio)

Immer weniger Menschen besuchen meinen Blog. Doch ist festzustellen, dass in letzter Zeit die meisten BesucherInnen über katholische Homepages zu meiner mitunter nicht immer klerikal korrekten Seite fanden. Brilično Zanimljiv, meine ich und frage mich gleichzeitig warum das so ist. Es mag einerseits an der viel besungenen Orientierungslosigkeit, welcher unsere heutige Jugend ausgesetzt sei, liegen. Es mag vielleicht daran liegen, dass sich außer meiner einer Blasphemiker – was ja so nicht stimmt, da ich bis jetzt gegen Gott niemals das Wort erhoben habe – und einer Handvoll Priesterseminaristen kein Mensch für die von mir produzierten Wortaneinanderreihungen interessiert. Es mag aber vielleicht auch einfach daran liegen, dass wenn ich viele LeserInnen haben wollte, ich ganz andere Seiten aufziehen müsste. „Jet reichtet aba! Na sagense ma, wat soll die Scheiße?!“ JaJa, scho jut… Man wird doch wohl noch amol denken dürfen… „Lei loßn, mi imamo olle nur jedno Loch u culo!“, flüsterte Gott zu mir als ich gerade dabei war, mir Gedanken darüber zu machen, warum die schmucken Ferienhäuschen an der Adria alle leer standen; Hundegekläff hier, ein schmaler ungustiöser Strand dort. Schummrige Bars in denen von halbaufdringlichen, in Phantasietrachten gekleideten Frauen ein Bier serviert wird, welches nach anrüchiger Sehnsucht nach vergangener Unschuld schmeckt. Ein graugrün beängstigend unspektakuläres Spektakel, den Weg vom Strand ins Urlaubs-Teilzeitdomizil zu finden. Die Gewissheit im Nacken, hier mit Sicherheit nichts suchen und nichts finden zu können. Wechselhaftes, kühlregnerisches aber eher gegen tristgrau tendierendes Wetter über mir, fand ich mich plötzlich in einer sehr vertrauten Gegend so gar nicht mehr zurecht. „Und ich sah und hörte: Ein Adler flog hoch am Himmel und rief mit lauter Stimme: Wehe! Wehe! Wehe den Bewohnern der Erde! Noch drei Engel werden ihre Posaunen blasen (vgl. Johannes, Kapitel 7)“.
„Gott, Du Sau, was tust du mir an?“, dachte ich mir kurz. Dann, am gleichen Tage aber wachte ich auf und sah, dass es nichts zu sehen gibt, als das was man sieht. Und ich ward froh! Hallo Julia!
So, gehabt euch wohl, Koran- und Bibelschüler! Mit gottgefälliger Gewissheit könnt Ihr nun feststellen, ich wär’ ein gemeiner Blasphemiker, wenn nicht sogar Diener Baphomets.

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Eine Antwort zu “Vermessene Hoffnung auf das Heil ohne Verdienste (praesumptio)

  1. Reinhard Katholnig

    Man möchte sich wundern, wenn man über die Grenze nach Italien, genau genommen Unterkärnten, fährt und feststellen muß, das ob unser teitsch-kärntner Grenze praktisch alles zweisprochig angeschrieben ist, nur nicht deutsch. „Villach“ steht manchesmal über der Autobahn (wahrscheinlich heißt das auf ausländisch „Autobahn“). Interessant festzustellen, dass dies in Richtung Istrien (seinerzeit österreichisch, zwischendurch italienisch, später jugoslawisch, heute kroatisch), wenn man die schöne Stadt Triest passiert (seinerzeit österreichisch, zwischendurch herrenlos, befreit aus diesem Zustand von reichlich kabarresken Gestalten in faschistischen Uniformen, anschließend deutsch, dann jugoslawisch, nach einem kurzen Intermezzo – resp. intermesno, Intermesse- als internationale Stadt wieder italienisch, südlich umlandig slowenisch) eher noch schlimmer als besser wird, und man sich mühelos mit Sätzen aus Entlehnungen (oder sind es nur Ähnlickeiten?) aus 3-5 Sprachen unterhalten kann. Überraschend tiefgründig unterhalten kann, wenn man bedenkt, dass meine Nachbarin (aber auch mein Chef beispielweise) zwar ebenso deutsch-österreichisch wie meinereins ist, uns aber die gemeinsame Sprache bislang in keinster Weise näher gebracht hat zueinander.
    Man könnte fast meinen, als wäre ein Zustand von Friedlichkeit nur in babylonischem Sprachgewirr, ein Zustand von Erleuchtung nur im Zustand von Konfessionslosigkeit und eine Zustand von glückseligkeit nur im Übergang vom einen zum anderen zu erlangen, in diesem Vakuum, das in Wahrheit viel zu voll ist, als es in Worte zu fassen wäre. Ich bin schon ganz wurdlerd von diesen ganzen Gedanken, und frage mich, ob ich meine Identitätssuche nicht mit der einstweiligen Feststellung bewenden lassen soll, dass der Mensch sich selbst doch am Nähesten kommt wenn er ohne Identität bleibt und mit nichts „ident“ ist als mit allem und v.a. jeden.
    Mit Hias habe ich vollstes Mitgefühl, ich komme mir auch dauernd wie ein Dodl vor, der für andere den Kaschperl runterreißt, damit sie daran geld verdienen oder ihrem an und für sich sinnlosem Leben den Sinn des Machtausübung geben können. Und der Tod noch das einzige mit sinngehalt zu verbleibende zu sein scheint, weil man zwar meine sterbliche Hülle noch zu Geld machen könnte, ich selsbt, mein korrumpierter Geist aber längst nicht mehr dabei ist.
    Andererseits denke ich mir auch, dass für alle religiösen Leute das Nichts und für alle Atheisten der liebe Gott auf der anderen Seite wartet und alle ganz schön angeschissen sind, weil wir unser Leben so nutzlos vergeudet hat. Hias weiß ja jetzt diesbezüglich bescheid. Und Karl Moik verdient sich deppert.
    Lang lebe die soziale Revolution und der libertäre Kommunismus!

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