Verzweiflung am Heil (desperatio)

Islamabad: Die Wahnsinnigen Gotteskrieger, welche sich in der „Roten Moschee“ verschanzt hatten, wurden gestern auf Geheiß der nicht minder grausigen Militärregierung abgeschlachtet.

Bei allem für und wider in der Frage, ob religiöser Wahn nun eine Geisteskrankheit oder ein Verbrechen sei, muss aber bei den Ereignissen rund um die „Rote Moschee“ ein Detail hervorgehoben werden: Die kampferprobten Taliban postierten Scharfschützen auf den Minaretten. Das hat Zukunft, nicht nur in Kriegszeiten. Hätte z.B. der gestern verstorbene Pater und mutmaßliche Kinderschänder (ist das eigentlich ein Pleonasmus?) August Paterno uns mit vorgehaltener Waffe gezwungen, in die Kirche zu gehen, anstatt uns mit Gottes Wort aus dem Fernsehkastl heraus zu belästigen, hätten er und seine Firma wohl mehr Erfolg gehabt.

Donnersbach: Weit mehr als sterbende Gotteskrieger, ob mit Waffe oder Mikrophon in der Hand, beschäftigt mich aber der Freitod von „unserem Hias“. Er, der wahrscheinlich einen höheren Bekanntheitsgrad als Bruno Kreisky für sich verbuchen kann, galt als der Idealtypus des Stammtisch-Alleinunterhalters. Allein gefiel ihm diese Rolle nicht so recht, glaubt man der trauernden Medienwelt. Der bis dahin von mir geschätzte Hohepriester des Schunkel-Chauvinismus Koarli Moik, sprach zuerst in großen Worten von seinem von ihm abservierten Hofnarren, um dann aber in einem Rundumschlag in etwa festzustellen, dass wenn er selbst ein oder gar „der“ Professor der leichten Unterhaltung sei, war Hias lediglich eine niveaulose Kasperlfigur an seiner Seite. Man muss dem Herrn Moik wohl recht geben, stellt man etwa seinem seinerzeitigen Einzug in den Dubai-Musikantenstadel – mittels Dromedar und in Beduinenkleidung – das stets schlichte Lederhosen-Outfit unseres Hias’ gegenüber.

Eine Stellungnahme des Vatikan liegt noch nicht vor. Fest steht aber: „In Messen, die ohne Volk gefeiert werden, kann jeder katholische Priester des lateinischen Ritus – sei er Weltpriester oder Ordenspriester – entweder das vom seligen Papst Johannes XXIII. im Jahr 1962 herausgegebene Römische Messbuch gebrauchen oder das von Papst Paul VI. im Jahr 1970 promulgierte, und zwar an jedem Tag mit Ausnahme des Triduum Sacrum.“

Was das alles soll? Vielleicht „muss man das durchaus kritisch betrachten“. Naja, Sommerloch halt.

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