“In der Privatsphäre haben Medien wirklich nichts verloren, schon gar nicht ist es rechtens schwülstige Texte und eigenartige Interpretationen zu erfinden und zu verbreiten”, zeigte sich der Anwalt von Frau René Hirschgruber (Name von Redaktion geändert) erzürnt.
Das sehen wir als integre Journalisten ebenso, wenngleich dies die Frage aufwirft, warum uns dann das unmittelbare Umfeld des Entführungsstars des Vorjahres dann in regelmäßigen Abständen mit schwülstige Texten versorgt.
In ihrem Buch “Verzweifelte Jahre – Mein Leben ohne René ” schildert Helga Lama (Name von Redaktion geändert), ihres Zeichens Mutter, die Entführung ihrer Tochter, die Zeit danach und das Wiedersehen.
“Die Präsentation des Buches stieß auf reges Medieninteresse. Auch René Hirschgruber war anwesend: Rund 15 Minuten nach Beginn betrat sie beinahe unbemerkt den Saal.” (ORF Wien, leicht abgeändert) Aber nur ebenso “beinahe” wie wir “selten” daran erinnert werden, dass nicht nur die Schweizer ihre Lust nach unschuldigen Verbrechensopfern befriedigen dürfen, sondern auch uns Österreichern diese Glück widerfahren durfte. Wofür wir uns nun gefälligst dankbar erweisen sollten und (selbstverständlich) nur die von den Anwälten der Familie autorisierten Merchandiseartikel in rauhen Mengen (z.B. auch für Weihnachtsgeschenke) erwerben sollten.
Leider wird aber mit der Leidensgeschichte der jungen Frau auch Schindluder getrieben. So gibt es zahlreiche Trittbrettfahrer, die im Windschatten des der offiziellen Erlebnisberichte ihrerseits Werke mit autobiografischen Tendenzen veröffentlichen.
“Ich war der Nachbar - mein Leben ohne René” heißt das jüngst erschienene Buch des 57 jährigen Hermann Wimpfnudler. Der Titel mag vielleicht irreführend sein, denn Wimpfnudler ist oder war weder Nachbar von René Hirschgruber noch hatte er jemals Kontakt zu ihr. “Deswegen heißt das Buch ja auch >mein Leben ohne René… Und Nachbar bin auch von jemand<!” rechtfertigt sich der frühpensionierte Eisenbahner. Andere, wie die 67 jährige Frau Gertrude Lemmingsreiter können vielleicht tatsächlich einen - wenn auch kleinen- Ausschnitt aus Renés Leben beleuchten: “Ich habe René Hirschgruber beim Billa gesehen (glaub ich)”(erschienen im strunzdum-Verlag) nennt sich der Titel der auch Programm ist.
Bleibt nur zu hoffen, dass uns weiterhin geistig abnorme Rechtsbrecher regelmäßig mit neuem Stoff für medial vermittelte Schauergeschichten versorgen, weil wir - uns selbst und unserer menschlichen Umwelt bis zur Unkenntlichkeit entfremdete Wesen- diese sonst selbst ausdenken müßten.
HH
So geschehen unlängst dem Redaktionsteam von “Heisseluft - ihrem flottem Magazin - mit 16 seitigem Modeteil”. Der Chefredakteur war zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr in der physischen Konstitution, die Tragweite der Bedeutung ihres “Fundes” zu erfassen, sein findiger und ergebener Untergebener, der “rasende Reporter” und Wurlitzer-Preisträger Hans Hurtig war aber auf Zack um das an sich unbewegliche Stück des Anstosses zu realisieren und zwar nicht auf Zelluloid, so doch auf Großhirnrinde, zumindest dem davon noch aktiven Teil, zu bannen.