Viel heiße Luft

Beiträge vom Mai 2007

Was mich ärgert: Weltnichtrauchertag!

Mai 31, 2007 · 8 Kommentare

Rauchen ist ja nicht wirklich entspannend und ist zudem- wie auch fettes Essen, das Missachten von roten Ampeln, Free-Climbing, mit Nazis diskutieren, schnell fahren, langsam fahren, ungeschützter Geschlechtsverkehr, Tauchen, Fliegen, ohne Helm Motorrad fahren, mit Helm schwimmen, in baufälligen Häusern wohnen, in feuchten Häusern wohnen, wohnungslos sein, Arm sein, sich besaufen, Stress und vieles mehr - gesundheitsschädlich.

Jetzt sprechen sich laut einer Umfrage eine große Mehrheit der ÖsterreicherInnen für ein generelles Rauchverbot aus. – Schön! Nur, die Mehrheit raucht ja auch nicht. Aber anstatt sich zu überlegen, was da von wem immer wieder gefordert und gefördert wird, lassen sich die Menschen auseinanderdividieren und hacken lieber gegenseitig aufeinander ein. Was kommt als nächstes: Prohibition? Kondomkontrollen? Freizeitgefährdungsverbot bzw. Freizeitgefährdungssteuern? Köperfettsteuer? Lebensmittelfettsteuer? Oder gleich Schweinemastverbot? Warum liegt denen da oben unsere Gesundheit so sehr am Herzen, dass man ständig darüber nachdenkt, uns alle Freuden des Lebnes zu verbieten? Ganz einfach – schließlich, und das ist des Pudels Kern, ist Arbeit ja schon gesundheitsschädlich genug. Und Arbeit brauchen wir dringend, um morgens hin- und nachmittags wieder nachhause zu fahren. Die da oben aber brauchen unsere (gesunde) Arbeitskraft, um ihre teuren und ebenfalls ungesunden Hobbies zu finanzieren (da sie aber reich sind, gibt’s diesbezüglich keine Einschränkungen). Wie viele Menschen sterben durch Arbeit, Armut und Umweltverschmutzung? Wer fordert, diese Um- und Zustände zu verbieten?

Mittlerweile stellt man uns nicht mehr vor die ohnehin schon ausreichend schwachsinnige Wahl: Freiheit oder Sicherheit. Heute heißt es: Freiheit oder Gesundheit.

Nun mit Verlaub, im Zweifelfall entscheide ich mich jeweils für Ersteres – Und eigentlich ist Rauchen zugegebenermaßen seeeeeehr entspannend. Und es bereitet mir einen Heidenspaß, am Weltnichtrauchertag Unmengen von Zigaretten, eine Zigarre und eine Pfeife zu genießen!!!

Kategorien: Aktuelles

Alarmierend: Jugend ist blad, fett, aggressiv und komatös!

Mai 18, 2007 · 10 Kommentare

Die Jugendlichen sind zu fett, sie saufen sich zu Tode, spielen Gewaltspiele am PC und das Benehmen lässt auch zu wünschen übrig.

Darum sind die PolitikerInnen – allesamt nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich Flagschiffe der Evolution – sehr besorgt. Eine Fettsteuer muss her! Alkohol gehört, zumindest außerhalb der Heurigen- und sonstiger Wirtschaften, verboten! Geschossen werden soll nicht mehr am PC, sondern ausschließlich im Rahmen der dafür vorgesehenen und darum auch anzustrebenden Kriege!

Warum aber wird nicht einfach die Jugend an sich abgeschafft? Wärs nicht viel gscheiter, die Kinder so früh wie möglich in die Arbeit zu schicken? Dann verbrennens einerseits massenhaft Kalorien, sind am Abend zu müde, um am Computer zu sitzen und ein vernünftiger Umgang mit Alkohol stellt sich automatisch ein. Sehen sie doch anhand ihrer erwachsenen ArbeitskollegInnen, wie man den ganzen Tag dauerfett sein kann, ohne ins Koma zu fallen! Die positiven Auswirkungen auf das Pensionssystem infolge des zeitigen Ablebens seien nur am Rande erwähnt.

Kategorien: Aktuelles

The Preacher and the Slave, by JOE HILL

Mai 16, 2007 · Kommentar schreiben

Da das Thema Religion – oder besser institutionalisierte Religion – hier doch desöfteren zum Thema gemacht wird, ein Beitrag von Joe Hill (IWW Organizer und Poet, hingerichtet am 19.11.1915 durch die US in-Justice):

Long-haired preachers come out every night,
Try to tell you what’s wrong and what’s right,
But when asked about something to eat,
They will answer in voices so sweet:

Chorus:

You will eat bye and bye,
In that glorious land above the sky.
Work and pray, (work and pray),
Live on hay, (live on hay),
You’ll get Pie in the Sky,
When you die, (that’s a lie!)

And the starvation army they play,
They sing and they dance and they pray,
Till they get all your coin on the drum,
Then they tell you when you’re on the bum:

CHORUS

If you fight hard for the good things in life,
They will tell you to stop all the strife,
Be a sheep for the bosses they say
Or to hell you are surely on the way!

CHORUS

Workingfolk of all countries unite;
Side by side we for freedom will fight
When the world and its wealth we have gained,
To the grafters we will sing this refrain:

Last Chorus:

You will eat, bye and bye,
When you’ve learned how to cook and to fry;
Chop some wood, ’twill do you good
And you’ll eat in the sweet bye and bye.
(That’s no lie!)

Kategorien: Meinung

Papa Benni und der Masochismus

Mai 15, 2007 · 3 Kommentare

Die Geschichte ist eine Geschichte der Selbstgeißelung. Wie jeder gestandene Katholik weiß, kann nur das Stille Ertragen von Schmerz und Pein zur Erlösung führen.

Mehr noch, ist das Herbeisehnen von Leid und Qual die einzig erlaubte irdische Glückseligkeit für den/die gottesfürchtigeN ChristIn. Umgekehrt gilt für Kirchenherren, soviel irdische Macht wie nur irgend möglich in ihren Händen zu konzentrieren. Denn sie sind es, die Gottes Werk auf Erden nicht nur repräsentieren, sondern auch ausführen. Sprich, ihre Aufgabe ist es, die ChristInnen und jene die es werden sollen, heimzusuchen, zu versklaven und auszubeuten. Folgerichtig ist es auch nicht relevant, dass der Pontifex Maximus in einer Rede zum Ende seines Brasilien-Besuchs vor Bischöfen aus der Region verkündete, die katholische Kirche habe sich den Eingeborenen nicht aufgezwungen. Vielmehr hätten die Stämme die Ankunft der Priester im Zuge der spanischen Eroberung still herbeigesehnt. Denn auch wenn dies nicht stimmen sollte, hat die Kirche damals – trotzdem oder gerade deshalb – korrekt gehandelt. Hat sie doch den Indigenas die Hölle auf Erden beschert und somit den Wunsch auf himmlische Erlösung erst entfacht. Und dies ist ja die Voraussetzung für die Erlösung.

Grüß Gott – Schafott! 

 

Kategorien: Überflüssiges

80-Jährige sperrte Trickbetrüger ein, Kommentar von E. Wiggestrig

Mai 15, 2007 · 5 Kommentare

 

 

Über 50 Mal soll sich ein Trickbetrüger als Stromkassier ausgegeben und so rund 18.500 Euro erbeutet haben. Bei seinem letzten Coup wurde er aber von einer 80-Jährigen und deren Nachbarn eingesperrt und kurze Zeit später verhaftet. (orf.at)

Ich kann nur gratulieren und hoffen, dass das Schule macht. Sinnvoll wäre allerdings, wenn die öffentlich Hand finanziell fördernd unter die Arme greifen würde, wenn unsere Wiener und Wiener ihre Kellerabteile in profissionelle Privatgefangenenverwahranstalten umgestalten. (Seinerzeit nach dem Krieg mußten ja auch sogenannte “Desinfektionseinrichtungen” in Privaträumlichkeiten verlegt werden, wegen der damaligen politischen Verfolgung). Der Vorteil liegt auf der Hand: In unseren Gefängnissen wird wieder mehr Platz für Ausländer. Man könnte so auch langsam bei den frei werdenden Kapazitäten darüber nachdenken, ob nicht auch bestimmte Einheimischen-Gruppierungen (rassisch Bedenkliche, Kommunisten, Homosexuelle Künstler udgl.) in den Gefangeneinrichtungen Platz fänden. Ich selbst habe bereits eingehend diverse Angebote von Sicherheitsfirmen studiert und via Internetz die minimale Grundausstattung (Schlagstock, Elektroschockgerät, Handfesseln) käuflich erworden. Ich bin sehr zufrieden und denke, dass Eigeninitiative mehr betont und belohnt gehört.

 

Kategorien: Meinung

Von heiligen Brasilianern und bayrischen Weißwurst-Phantasien

Mai 11, 2007 · 8 Kommentare

 

 

Mit der Heiligsprechung des als Bruder Galvao bekannten Franziskanermönchs Antonio de Sant’Ana Galvao in Sao Paulo hat die erste Lateinamerika-Reise von Papst Benedikt XVI. am Freitag ihren extatischen Höhepunkt erreicht.

Rund eine Million Menschen wohnten dem von Benedikt XVI. unter freiem Himmel zelebrierten festlichen Gottesdienst- Zerimoniell bei. Bruder Galvao gehöre von nun an zu den Heiligen, sagte Benedikt im Park Campo de Marte. „Brasilien ist wunderschön und seit heute haben wir einen Heiligen“, zeigte sich eine Pilgerin über den ersten Heiligen aus Brasilien erfreut. Der Vatikan spricht Galvao mehrere Wunderheilungen zu. Der zwischen 1739 und 1822 lebende Franziskanermönch und Gründer mehrerer Klöster ist in Brasilien vor allem wegen der ihm zugeschriebenen Heilungen durch wundersame Gebetskapseln ein Begriff – winzige Gebetstexte, die, zu Röllchen geformt, von Kranken geschluckt werden und Genesung von zahlreichen Gebrechen bringen sollen. Bisher hat der Vatikan drei Wunder Galvaos anerkannt: Anfang des 19. Jahrhunderts sollen die von ihm verabreichten drei Mini-Gebete eine Frau von ihrem Nierenleiden geheilt haben. Auch zwei aktuellere Wunder gehen angeblich auf Galvao zurück. 1990 – nein, es ist nicht der Weltmeisterschaftstitel der Deutschen – also 1990 soll eine Vierjährige von einer für unheilbar erklärten Hepatitis genesen sein. 1999 überlebten eine Mutter und ihr Kind eine höchst riskante Geburt – auch hier hatte die werdende Mutter die Tabletten eingenommen. Der Vatikan stufte diesen Fall als „wissenschaftlich nicht zu erklären“ ein. Wissenschaftlich hingegen schon zu erklären ist, warum ausgerechnet jetzt ein Brasilianer heilig wurde: Von der Heiligsprechung in Brasilien erhofft sich die katholische Kirche neuen Schwung für ihre Gläubigen. Derzeit laufen der Kirche in Brasilien ihre Mitglieder scharenweise davon – Umfragen zufolge sind nur noch 64 Prozent der Bevölkerung katholisch, nach 90 Prozent im Jahr 1980. Der Rest glaubt meist lieber irgendwelchen Wunderheilern aus Fernsehshows, weil bei denen muß man nicht auf den Tod des eigenen unbedeutenden Lebens warten, ehe man erlöst wird.

In seiner Predigt rief der Papst zur Besinnung auf moralische Werte und Keuschheit auf. „Es ist nötig, sich gegen die Sparten der Medien zu wenden, die die Heiligkeit der Ehe und Jungfräulichkeit vor der Ehe lächerlich machen.“ Er meint allerdings nicht die nach wie vor verbreitete Geschichte von der unbefleckte Empfängis. „Nein Mama, nicht schreien, es war Gott!“

Dabei machte Benedikt unmissverständlich klar, dass das Gebot der sexuellen Enthaltsamkeit auch „für die Zeit der Verliebtheit und der Verlobung“ gelte. Er fügte hinzu: „Das eheliche Zusammensein (…) ist verheirateten Paaren vorbehalten.“ Swingerpartys mit den Nachbars-Ehepaar sind also erlaubt! Im Vorfeld hatten scharfe Äußerungen des Papstes zur Abtreibung für Wirbel gesorgt. „Die Kirche sollte für den Gebrauch von Kondomen eintreten. Sie sollte realistisch sein“, sagte der 21 Jahre alte Student Felipe Silveira. Felipe sei versichert: Der Vatikan ist sehr realistisch, das Geschäft läuft prima und es gibt immer noch Millionen Menschen die ihr Sexualleben
nach den Worten von Alten Männern mit rosa und weißen Kleidern ausrichten welche angeblich nur mit Gott Sex haben. Zugleich forderte „Benedetto“ aber mehr Engagement für die Armen und Kranken, erteilte der politisch links orientierten Befreiungstheologie in Lateinamerika aber erneut eine Absage: „Die wahre Revolution, die entscheidende Veränderung der Welt kommt von Gott.“ Völlig richtig: Gott wird schon wissen warum er Kinder an Hunger sterben läßt. Dem Mensch steht es ja nicht zu an der gottgebenen Ordnung was zu ändern. Befreiungstheologie ist was für ewiggestrige Hippies oder Fans des Rage against the Machine- Leadsängers, welcher in Südamerike äußerst populär zu sein scheint. Dessen sakrale Verehrung sowie die äußerliche Ähnlichkeit zu Gottes Sohn himself läßt durchaus vermuten, dass Gott schon öfter versucht hat, durch die Endsendung von Messiassen wieder ein bisschen was in Lot zu bringen – was allerdings regelmäßig fehlschlägt. Dass da sogar ein Gott mal in die Midlifecrisis kommt ist nur zu menschlich. Vielleicht entsendet er deshalb in letzter Zeit immer mehr Gotteskrieger mit Hightechwaffen und Bombengürteln und versucht auf den mächtigsten Mann der Welt einzuwirken in dem er ihn in dessen feuchten Träumen heimsucht, um der Welt mit Gewalt auf Gottes rechten Weg zurückzuführen. Vielleicht ist aber Gott auch der bärtige Sandler der unterm Stadbahnbogen lebt. Das würde auch einiges erklären. Das würde aber auch bedeuten, dass Gott selber bald sterben wird, weil Armut krank macht und zu vorzeitigem Ableben führt. Bevor sich jetzt allerdings aufgebrachte Christenscharen auf diesen armen Mann stürzen um mit ihm ihre Religionsbewegung zu retten, sei gesagt, dass ich ebenso wenig wie Papst Benedikt weiß, ob es einen Gott gibt, ob dieser einen Bart hat oder ein Nebel im Kopf ist. Sicher ist allerdings, dass Essen satt macht.

Heiße Luft von Gernot Gottgefall

 

 

Kategorien: Meinung

1. MAI! Ist jetzt vorbei…

Mai 5, 2007 · 3 Kommentare

Das ist ein Bild von der dritten mayday parade in Wien (ca. 1500 TeilnehmerInnen)…

(http://no-racism.net/article/2071/)

… und folgendes eines von der libertären Mai-Kundgebung in Paris (ca. 4 000 TeilnehmerInnen! Hier zu sehen: die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT-F, www.cnt-f.org)…

(Direkte Aktion gegen das Kapital!)

… Man beachte die unterschiedlichen Parolen (Was einiges über Qualität und Quantität der Libertären hüben und drüben schließen lässt) und hoffe, dass…

… sich die ArbeiterInnen hierzulande auch baldigst selbstorganisieren (… Es rettet uns kein höheres Wesen; kein Gott kein Kaiser noch Tribun! Uns aus dem Elend zu erlösen; können wir nur selber tun!) !

P.S.: Natürlich wuselte innerhalb der mayday parade in Wien auch die Eine oder der Andere AnarchosyndikalistIn herum (per esempio io), bloß… keinVergleich, he!

Kategorien: Lokalaugenschein