„ArbeiterInnen aller Länder vereinigt euch!“
Ja, am und um den 1. Mai kann man schon mal pathetisch werden. Da dürfen dann Leute, wie ein ÖGB Präsident, ein Parteichef und sonstige Chefitäten und Präsidenten „ihren Pionieren“ in Moskaumanier zuwinken und nennen sie bei der Gelegenheit Genossen und Kollegen, ohne lange zu überlegen. Da kann man schon mal ins Träumen kommen und so tun als wäre die SPÖ sozialistisch, der ÖGB eine Gewerkschaft und man selbst Teil einer fortschrittlichen Bewegung. Nur leider ist das nicht so und war das nie so und wird nie so sein. Der ÖGB ein (Scherben-)Haufen undemokratischer kleinbürgerlich argumentierender und agierender Bonzen – die Partei eine Partei halt. Es ist allerhöchste
Zeit für eine neue ArbeiterInnenbewegung. Eine demokratische, selbstorganisierte, internationale und radikale Gewerkschaft, die mit der Partei (oder irgendeiner anderen) genauso viel gemeinsam hat, wie ArbeiterInnen mit UnternehmerInnen; nämlich nix!
Manche KärntnerInnen werden es wissen, dass in ihrem Heimatlandl zwei, statt nur einer oder vielleicht vier offizieller Sprachen gesprochen werden.
Tanzende famose Ex-Sportler und kolossal abgehalfterte Ex- und Halbprominente, eine Neuauflage des legendären ORF-Stegreifspiels „Die liebe Familie“ – nur jetzt noch besser mit vorgefertigtem Text. Dazwischen Infotainment, danach wieder „Schbeib dich schön und werde ein Star!“. Als Zuckerguss darf auch Lieschen Einfach „nur mal so“ aus dem Fernsehkastl winken als wäre sie die leibhaftige Christiane Hörbiger. Ab und an ein paar eher nervige und vernachlässigbare – weil obszön da qualitativ hochwertig und nicht Eigenproduktion – ausländische Sendungen. Aber dann wieder ein Feuerwerk an Charme, Witz und Esprit mit Hansi Hinterseer, gefolgt von einem Ratespiel das aber so echt richtig spannend ist. Ein paar Hunderln hier, ein paar herzige Kinder da, auch für die Jugend ist was dabei, der Anton aus Tirol darf – begleitet von Product Placement – auch nicht fehlen und in der Nacht kanns auch schon mal ein Tittifilmchen sein. Dazwischen wird immer wieder getanzt, gejauchzt, geraten, geschminkt, gecastet, gschbiebn und wieder gegessen und gesungen, vorausgesetzt es fahren nicht irgendwo auf der Welt irgendwelche Autos den ganzen Tag im Kreis, oder es springen nicht kleine Jungens von großen Schanzen.
Ostern ist, wie wir leidvoll feststellen müssen, nun vergangen. Es ist das Fest des Frühlings, des Hergottes im Himmel und der heimatverbundenen Brauchtumsaufrechterhaltungspflicht in der Heimat. Wenn im Tal die Kinder ebenso strahlen wie die von uns so geschätzte und lieb gewonnene Sonne, genauso wie der geile Alpensteinbock dort oben in den Karawanken. Es ist allerortens unbestreitbar: Es wird Sommer werden! Da wird er eingeleitet von den traditionellen Peitschenreitbienenstockstechspringjauchzern in Goritschitschach ob der Drau und die jungen Burschen auf der Ledenitzener Fraten stehen ihnen um nichts nach, wenn sie allosterlich ihre Dirndln, eingehüllt in die schönsten lokalen Feiertagstraditionsfesttrachten, von Haus zu Haus tragen, um den göttlichen Segen zu erhalten und nebstbei Literweise Sliwowitz gurgeln sodass schon mal der Eine oder der Andere in die Drau burzelt und ihre aufgeschwemmten Kadaver erst wieder in Lavamünd angeschwemmt werden und zum Vorschein kommen. Das erste Frühlingsgeborzach schickt sich an, zaghaft aber doch, Blüten zu tragen und die unleugbaren fliegenden Frühlingsboten dort oben am Firmament begleiten fröhlich zwitschernd die ehrwürdigen Osterbrauchtumstraditionsspektakel. Es ist einem nun warm ums Herz und auf den Wangen in der Heimat. Und allein der Gedanke, sie wieder verlassen zu müssen zur Verrichtung des leidlichen Tagewerks, treibt einem die Trauertränen in die sonst so ob der strahlenden Sonne zusammengekniffenen Äuglein.
Das letzte Pulverfassl am Balkan soll nun, geht es nach dem Willen derer, deren Willen niemanden wirklich interessiert, unabhängig werden. Unabhängig? Von wem oder was? Unabhängig von Serbien? -Sinds ja eigentlich schon. Unabhängig von Subventionen? – Wohl kaum. Es geht ja ausschließlich um einen rechtlichen formalen Akt. Wird dieser aber vollzogen, so ist die nicht gerade kleine serbische Minderheit und jene der Roma im Kosovo ihres Lebens nicht mehr sicher – die Forderung nach der Selbstständigkeit der bosnisch-herzegowinischen Republika Srpska wiederum wohl nur mehr eine Frage der Zeit. Wird der Kosovo, was unwahrscheinlich ist, wieder Provinz Serbiens, geht’s den Albanern an den Kragen. Wie kann dieses wirtschaftlich bankrotte Fleckchen Erde unabhängig bzw. einem einigermaßen annehmbaren Zustand zugeführt werden? Oder streben die Kosovoalbaner eine Vereinigung mit dem nicht ganz so bankrotten Albanien an? Die wiederum werden wohl eher dankend ablehnen, zaubern die oft grotesken Ausformungen des kosovarischen Nationalismus den Brüdern und Schwestern in
Grinsen ins Gesicht. Die Serben wiederum sind, glaubt man ihren Vertretern, bereit, zum gottweißwievielten mal ihre Harnische anzulegen,